Mutter Courage 2008

Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg 
von Bertolt Brecht

Impressionen

Fotos: Horst Krogmann – hok-foto.de

Die Personen:

Mutter Courage, Kattrin, ihre stumme Tochter, Eilif, der ältere Sohn, Schweizerkas, der junge Sohn, der Feldprediger, der Feldwebel, der Feldhauptmann, ein Werber, der Koch, Yvette, der Obrist, der mit der Binde u.a.

Zum Inhalt:

Mutter Courage trifft, mit ihrem Wagen durch Südschweden ziehend, auf Werber, die ihr den Sohn Eilif abspenstig machen. Sie weissagt dem Feldwebel den Tod, die Lose zeigen aber auch an, dass sie ihre Kinder ebenfalls verlieren wird. Zwei Jahre später trifft Courage Eilif in Polen wieder. Sein Hauptmann lobt ihn gerade für den Überfall auf Bauern. Sie hört dies alles von der Küche des Hauptmannes mit. Ihr Sohn Schweizerkas wurde inzwischen Zahlmeister. Er ist, wie seine stumme Schwester Kattrin, nicht besonders klug. Doch sie wurden beide redlich erzogen. Courage nimmt den protestantischen Feldprediger bei sich auf als die Katholischen angreifen. Sie wechselt die Seite und versucht Kattrin vor den Soldaten zu schützen. Schweizerkas fühlt sich für die Regimentskasse verantwortlich und versteckt sie. Er rettet zwar das Geld, kommt aber vor Gericht. Die Mutter verleugnet ihn, will aber ihren Wagen verpfänden, um ihm auszulösen. Doch sie verhandelt zu lange. Schweizerkas wird deshalb hingerichtet. Ihre Waren werden beschädigt und sie will sich beschweren, doch sie besinnt sich anders. Sie schließt sich nun dem Heer der Katholischen an. Der protestantische Feldprediger hilft ihr und macht ihr zudem einen Heiratsantrag. Tilly ist gefallen, deshalb „droht“ Friede auszubrechen. Dadurch stehen die Chancen, weiterhin Geschäfte zu machen, für Courage, die ja vom Krieg lebt, schlecht. Courage wechselt wieder die Front, aber nun droht auch der Tod des Schwedenkönigs Gustav Adolf den Krieg zu beenden. Eilif ist das erste Opfer des kurzen Friedens. Er ist wie üblich bei einem Bauern eingebrochen, und hat dabei die Frau getötet. Da Friede ist, kommt er vor Gericht. Er will noch einmal seine Mutter besuchen, doch diese ist mit dem Handel beschäftigt. Er wird weggeschleppt und ohne Wissen der Mutter verurteilt. Der Krieg geht weiter. Vier Jahre später, schlechte Jahre für Courage, zwingen ein paar katholische Soldaten einen Bauern, ihnen einen Weg in die belagerte Stadt Halle zu zeigen. Kattrin belauscht die Szene, steigt mit der Trommel auf das Dach des Bauernhauses und trommelt die belagerte Stadt wach. Sie wird erschossen. Courage kommt aus der mittlerweile geretteten Stadt zurück. Sie kann nicht fassen, dass ihre Tochter tot ist und singt ihr ein Schlaflied. Dann zieht sie alleine weiter, den Soldaten folgend, in der Hoffnung, Eilif zu finden. Der Krieg hat Mutter Courage ins Elend gestürzt, doch sie hat daraus nichts gelernt. Mühsam ihren Karren ziehend, stimmt sie in den Gesang der Soldaten ein.

Zur Person des Dichters:

Bertolt Brecht (eigentlich Eugen Berthold Friedrich), wurde 1898 in Augsburg geboren. Nach dem Abitur 1917 studierte er Philosophie, dann auch Medizin in München. Er wurde vor dem Kriegsende eingezogen und war Mitglied des Augsburger Soldatenkreises. Nach dem Studium wurde er Dramaturg und Regisseur in München. 1924-1926 war er bei Max Reinhardt in Berlin. 1928 heiratete er Helene Weigel. Brecht floh 1933 vor dem Naziregime in die USA (Kalifornien).

1947 kehrte er nach Europa (Schweiz) zurück und 1948 übersiedelte er nach Ostberlin. 1949 gründete er mit seiner Frau das Berliner Esemble (Experimentier-bühne). Brecht starb am 1956 in Berlin.

Das Gesamtwerk des Dichters umfasst mehr als 30 Theaterstücke, eine Anzahl Dramenfragmente, etwa 1300 Gedichte und Lieder, drei Romane und mehrere Romanfragmente sowie über 150 Prosaarbeiten, dazu Tagebücher und BriefeSeine Hauptwerke/Dramen sind: Die Dreigroschenoper (1928); Die hl. Johanna der Schlachthöfe (1932); Der Dreigroschenroman (1934); Leben des Galilei (1938); Der gute Mensch von Sezuan (1939); Der kaukasische Kreidekreis (1945).
Mutter Courage wurde 1941 am Schauspielhaus in Zürich uraufgeführt und ist mittlerweile das meistgespielte Drama Brechts.

Mit der Musik von Paul Dessau.

Der Spielort
 so wirds werden

Mitwirkende

  Ensemble 1
spielt am 27., 29. & 31.8
Ensemble 2
spielt am 28., 30.8 & 01.9
Mutter Courage Jutta Lüske Elisabeth Bröring
Kattrin Lena Kühling, Laura Klatte, Melike Calis
Eilif Michael Sieve Tobias Feldhaus
Schweizerkas Dennis Freese Gerrit Schlömer
Werber Gerd Halbritter Friedhelm Helweg
Feldwebel Martin Denzinger Reinhold Willenborg
Koch Wilhelm Hagena Joachim Johannessohn
Feldhauptmann Berthold Knipper Willy Willenborg
Feldprediger Christian Lüken Michael R. Oesterheld
Yvette Christine von der Heide Petra Pekeler
Bedienter Jan-Felix Brockmann Jan-Felix Brockmann
Der mit der Binde Peter Kohls Andreas Zander
Der andere Felwebel Joachim Johannessohn Bernhard Steinkamp
Soldaten, die Schweizerkas abführen Friedhelm Helweg, Reinhold Willenborg, Markus Stukenborg Andreas Zander, Martin Denzinger, Gerd Halbritter
Obrist Helmut Gerdes Helmut Backer
Randalierender Soldat Friedhelm Helweg Gerd Halbritter
Landsknecht Markus Stukenborg Günter Südbeck
Reiter Markus Stukenborg, Paul Evers Günter Südbeck, Paul Evers
Bauersfrau Doris Steinkamp Karin Halbritter
Schreiber Niklas Droste Dennis Freese
Männerstimmen Dennis Freese, Bernhard Steinkamp, Jörg Kasten
Der junge Mann Jonathan Feldhaus Maximilian Kasten
Seine Mutter Martina Aumann Gundi Honkomp
Soldaten, die Eilif abführen Friedhelm Helweg, Reinhold Willenborg, Markus Stukenborg Andreas Zander, Martin Denzinger, Gerd Halbritter
weitere Soldaten Paul Evers, Bernhard Steinkamp, Jörg Kasten
Fähnrich Reinhold Willenborg Berthold Knipper
Erster Soldat Markus Stukenborg Martin Denzinger
Zweiter Soldat Andreas Zander Jörg Kasten
Der junge Bauer Tobias Feldhaus Michael Sieve
Bäuerin Karin Funken Annette Uptmoor
Der andere Bauer Helmut Backer Peter Kohls
Sprecherinnen Maike Lammers, Christin Lüske, Marianne Schwill
Junge Frauen Melike Calis, Laura Klatte, Lena Kühling, Jana Lüske
Musiker Michael Beneke, Felix Borrmann, Andreas Bröring, Christa Golembowski, Sigrid Hellmann, Regina Janssen, Maria Weiland
Regie Sigrid Heising
Regieassistenz Antje Kohls
Inspizientin/Regieassist. Annette Schüssler
Souffleuse Brigitte Helweg, Erika Post
Kostüme Susanne Fritsch-Wübbolt
Maske Mechthild Scheele (und ihre Truppe)
musikalische Leitung Maria Weiland
Bühnenmeister Werner Langfermann
Lichttechnik Panirama
Tontechnik Dirk Dechring